RTL Punkt 12 ,1.Teil / Wunderbarer Mai

17. Mai 2019

 

Hallo ihr Lieben,

seit Anfang der Woche habe ich mir ein Stativ vor meinen Fernseher gebaut, um die Berichte bei RTL Punkt 12 abzufilmen.

RTL Hessen wird meinen Beitrag per Link zur Verfügung stellen, da braucht es kein extra Abfilmen. Bei Punkt 12 aber ist der Betrag in die 2-stündige Folge eingebettet… deshalb filme ich es besser ab.

Der erste Teil lief am Montag. Wann der zweite Teil ausgestrahlt wird ist für alle Beteiligten ungewiss und wird spontan am gleichen Tag entschieden… also schaue ich nun jeden Tag Punkt 12 und warte darauf.

Den ersten Teil stelle ich euch hier schon einmal ein.

Er ähnelt dem allerersten Bericht, der im Januar bei RTL Hessen lief sehr…

RTL Hessen wird die 5-teilige Reihe Anfang Juni ausstrahlen.

Wenn ich nicht gerade vor der Glotze hängen muss 😏, … genieße ich den wunderbaren Frühling – auch bei Regen: „Mairegen macht schön“ heißt es.

Zumeist fahre ich mit dem Fahrrad – das fällt mir nämlich wesentlich leichter als ein Spaziergang. Heute aber, kurz vor Sonnenuntergang lag so eine zauberhafte Frühlingsstimmung in der Hochheimer Luft. Die Vögel zwitscherten irgendwie besonders easy… easy like Sunday morning 🎶😉 bzw. Friday evening. Also hab ich mir den Miko geschnappt und bin einfach mal zu Fuß drauf los in die Weinberge. Meist schaffe ich 400m, dann kehre ich um. Die letzten Male waren teilweise sogar 600m drin 💪.  Auf dem Rückweg muss ich dann kurz pausieren und mich einen Moment setzen. Und heute… bin ich eine Runde gegangen, die ich schon lang nicht mehr geschafft habe – zum letzten Mal vor gut einem Jahr, glaube ich. Es ist eine Runde von insgesamt etwa 1500m. Ohne Pause bin ich durch den wunderschönen Mai spaziert. Ich habe mich selbst gefeiert dafür, es geht also besser! Vor Moskau war bereits nach 200m Schluss, an einen Rückweg war nicht zu denken. Und dann lag mir auf einmal ein ganz wunderbar vertrauter Duft in der Nase: Schwertlilien!

Ihr könnt euch ja bestimmt noch an den Anstecker erinnern, den mir Dr. Fedorenko an meinem Stammzellengeburtstag überreicht hat und an seine Bedeutung.

Die Iris oder Schwertlilie genannt soll mich daran erinnern, weiterzumachen/durchzuhalten, wenn es während der Regeneration schwierig wird oder mir die Geduld ausgeht. Und während meines ohnehin bereits wunderbaren Spaziergangs, blühten dort auf einmal wunderbar duftend meine Iris-Freunde 🙂

Aber, wie die Iris ja auch erinnert, es ist ein langwieriger Prozess. Meine linke Hand ist gerade nicht so top in Form und lässt sich ein bisschen schwieriger steuern – aber ich gebe mir Zeit.

Zeit gebe ich mir mit allem, den ganzen Tag. Anfangs war ich noch sehr ungeduldig, wollte so schnell wie möglich regenerieren und ärgerte mich, wenn ich müde wurde. Inzwischen schlafe ich morgens sehr lange und nehme mir dann für jede Tätigkeit ganz viel Zeit – so viel wie ich eben brauche. Ich selbst gebe mir mein Tempo vor. So geht der Tag sehr schnell rum, obwohl ich nur eine oder maximal zwei kleine Aufgaben „erledigt“ habe. Das ist aber auch okay so.

Um mich daran zu erinnern, dass Zeit nunmal das ist, was ich jetzt brauche, habe ich mir schon seit ein paar Wochen eine Notiz an den Spiegel gehängt.

 

 

 

 

 

 

„Give yourself time“ steht da drauf – gib dir Zeit. Ein Satz, den mir meine Stammzellen Schwester Stina immer wieder gesagt hatte zu der Zeit, als ich noch ziemlich ungeduldig mit mir selbst war.

Danke Stina 🙂  Es ist der wichtigste Satz, den ich immer und immer wieder wie ein Mantra gehört und gelesen habe – und den ich dann nun auch endlich kapiert habe, hehe.

Meine Blutwerte sind laut meiner Hämatologin gut, auch wenn sie weiterhin schwanken. Ich habe am kommenden Montag wieder einen meiner wöchentlichen Termine bei ihr, dann wird sie mir nochmal genau erklären, warum es schwankt und warum das okay ist 😉

Medikamente muss ich ja sowieso keine mehr einnehmen seit der Behandlung – Juhu! Darüber bin ich echt mehr als froh. Dafür nehme ich jetzt täglich eine Handvoll Vitamine und Mineralien, die meinem Körper dabei unterstützen zu stabilisieren und wenn er möchte, auch ein bisschen zu heilen 🙂

 

Jeden Tag nehme ich also 10 verschiedene bunte Tabletten und Kapseln.

Vor allem Vitamin B, hochdosiert für die Nerven (die sind ja durch die MS geschädigt worden).

Eine der Kapseln enthält zusätzlich zum Vitamin B 12 auch Uridinmonophosphat, was bei neuronalen Schädigungen den Regnerationsprozess unterstützt – also sehr passend! Und natürlich Folsäure.

Ich nehme Magnesium, was auch gut für die Nerven und für’s Gehirn ist – das Gehirn hat bei mir Löcher, also her mit dem „Salz der Ruhe“.

In Moskau wurde ein Eisenmangel diagnostiziert. Laut Dr. Fedorenko stand ich mit meinem Wert knapp vor einer Anämie. Ich habe aber recherchiert, dass die Russen niedrigere Normalwerte haben als wir. Tja, nach unseren hiesigen Tabellen liege ich noch im unteren Normbereich. Wie dem auch sei, ich nehme Eisen – wenn inzwischen auch nicht mehr täglich, da sich mein Wert verbessert hat.

Dann haben wir da noch diese grünen Kapseln – hehehe… das ist Moringa! Hier bei uns zulande noch relativ unbekannt, in den USA aber ein regelrechter Trend. Der Moringabaum oder auch Wunderbaum genannt, wächst unkompliziert, rasend schnell und man kann alles an ihm verwerten. Moringabäume gelten als die nährstoffreichsten Gewächse der Erde, ein sogenanntes Superfood. In vielen Entwicklungsländern wird der Baum zur Bekämpfung von Unterernährung genutzt. Die Medien machen Moringa aber nährstoffreicher als es tatsächlich ist – also kein Wunderbaum 😉 Aber weil Moringa nichtsdestotrotz sehr nährstoffreich ist, kommen gleich zwei Kapseln täglich in mein Tablettendöschen.

Eine Empfehlung von Ex-Patienten aus Australien war dann noch Alpha Liponsäure gegen oxidative Nervenschäden.

Außerdem nehme ich ganz, ganz viel Vitamin D3 zu mir! Ein Vitamin D Mangel wurde in Moskau auch festgestellt und der wurde hier bestätigt. In Sachen Vitamin D werden bei MS immer wieder Studien gemacht, da ein Mangel sich ungünstig auf den Verlauf auswirken soll. Lieber ein bisschen mehr Vitamin D als zu wenig ist das Motto, deshalb nehme ich davon jede Menge.

Und wo ich schonmal dabei bin, nehme ich dann auch gleich noch Vitamin A für die Augen – die werden nämlich auch immer schlechter.

Mein Körper erhält also jede Menge Werkzeug um zu basteln und zu bauen.

In diesem Sinne wünsche ich euch ein schönes Wochenende und weiterhin einen tollen Mai. Und sollte es mal wieder regnen, denkt dran: drunterstellen und genießen 😉

Ich möchte an dieser Stelle noch einmal DANKE sagen für eure großartige Unterstützung. Ich denke immer wieder an die acht Wochen, in denen ihr mir mein neues Leben ermöglicht habt. Was da passiert ist, kann ich immer noch nicht so richtig fassen, es ist einfach nur sooo schön. Während meiner Zeit in Moskau, aber vor allem danach, hatte ich immer wieder mal Momente, in denen ich von diesem Zauber gezehrt habe. Wer das einmal erlebt hat (und das werden wohl die wenigsten sein), der kann nachvollziehen was ich meine. Allen anderen ist es wirklich richtig doll schwer zu erzählen, was das für ein Erlebnis war und ist! Ich weiss noch, wie ich anfangs völligst überwältigt war, sodass ich immer wieder in Tränen ausgebrochen bin. Der ein oder andere wird sich erinnern. Das war einfach nur Dankbarkeit, glaube ich. Ihr habt mit mir zusammen gekämpft – für mich und mein Leben. Auch, wenn ich es hier schon eine Weile nicht mehr geschrieben habe, es vergeht wirklich kein Tag an dem ich es nicht denke und fühle: Herzensdank!

 

 

RTL Beitrag

11. Mai 2019

Hallo Ihr Lieben,

ich möchte euch hier mitteilen, dass der Beitrag über mich und meinen Ritt nach Moskau EVENTUELL am kommenden Montag, 13. Mai 2019 bei RTL Punkt 12 gesendet wird.

Es wird ein Bericht in zwei Teilen sein, der erste Teil wird eventuell am kommenden Montag gesendet. So sicher ist der Termin nicht, weil tagesaktuelle Themen vorgehen und diese natürlich nicht vorhersehbar sind.

Wer nichts zu tun hat 😉 kann also einfach mal bei RTL Punkt 12 reinschauen. Sollte es nicht ausgestrahlt werden, dann eventuell am nächsten Tag.

Zudem wird es um 18 Uhr beim regionalen RTL Hessen eine 5-teilige Berichtreihe geben, die auch am Montag starten könnte.

Also mal schauen! 😉

Ich halte euch auf dem Laufenden!

ganzheitlicher Heilungsprozess

07.05.2019

Hallo ihr Lieben,

nach der neuen Zeitrechnung bin ich heute genau zwei Monate und einen Tag alt 😉

Und es geht mir weiterhin gut und ich denke immer besser, auch wenn es sich so anfühlt, wie meine Stammzellschwestern und Stammzellbrüder prophezeit haben: ich bin in einer Achterbahn. An manchen Tagen geht es mir um einiges sehr viel besser, an anderen Tagen widerrum zeigen sich alte Symptome schlechter als vor der Behandlung.  Das aber ist normal und war zu erwarten. Diese Achterbahn wird in der Regel sechs bis zwölf Monate dauern bis sich der Zustand stabilisiert hat.

Momentan bin ich in Bernau bei Berlin. Meine längste und sehr, sehr gute Freundin Mica lebt hier zusammen mit ihrem lieben Mann Andreas im Grünen. Sie ist Schamanin und ich bin nicht nur hier, um zu entspannen – sondern auch um innere Blockaden zu lösen und mich heilsamen Zeremonien hinzugeben. Teilweise ist dies ein schmerzvoller, aber auf lange Sicht ein sehr heilsamer Prozess. Wer mit solchen Ritualen vertraut ist, weiß, dass so einiges „hoch kommt“, das dann angeschaut und aufgelöst werden möchte. Vor allem dient dies zur inneren, tief inneren Sortierung, zur inneren Klärung und Reinigung. Sollte Krankheit ihren Ursprung auf mentaler oder feinstofflicher  Ebene haben, tue ich alles, um aus meinem Geist&Körper eine heilsame Umgebung zu machen, in der ein gesundes Immunsystem walten kann.

 

 

Hier noch ein paar Neuigkeiten:

Einge von euch werden sich an meine Artikel im Weinstadtjournal erinnern. Alexander Hartmann hat mir letzte Woche das Angebot eines festen Autorenplatzes gemacht, sodass ich nun frei und regelmäßig für das Online-Magazin schreiben darf. Darüber freue ich mich sehr! Meine Artikel dort werde ich auch hier regelmäßig verlinken. Dann wird man auch regelmäßig und häufiger etwas von mir lesen 🙂

RTL ist auch in der Mache 🙂 Mir wurde eine Handkamera nach Moskau mitgegeben, um selbst zu filmen. Dies habe ich sehr ausgiebig gemacht, sodass mehrere Stunden Videomaterial dabei heraus kamen. Der Redakteur Rafael Fleischmann hat das Material inzwischen vollständig gesichtet und bereits zu mehreren Einheiten geschnitten. Sobald der Sendetermin feststeht, werde ich euch darüber informieren.

 

 

 

 

Frühling

Montag, 22. April 2019

 

Hallo ihr Lieben,

heute ist der 22. April 2019. Dies war das ursprüngliche Datum gewesen, an dem ich nach Moskau fliegen sollte. Erinnert ihr euch? Ich hatte aufgrund meines sich zunehmend verschlechternden Zustandes um einen früheren Termin gebeten – und konnte dann schon am 18.02.2019 aufgenommen werden. Mein eigentlicher Termin der Aufnahme in Moskau wäre heute gewesen… 🙂

Heute habe ich die Behandlung nun schon hinter mir. Vor genau 34 Tagen bin ich wieder in Deutschland gelandet und Zuhause.

Es passiert alles so wahnsinnig schnell… Irgendwie habe ich momentan das Gefühl, ich kann die Dinge, die passieren, gar nicht richtig greifen, gar nicht richtig erleben. Es sind so Momente, die passieren während sie bereits an mir vorbei ziehen – ohne wenigstens für einen Moment mal zu bleiben. Ohne sich ihrer mal bewusst werden zu können und sie für eine Weile zu beschauen. Seit November 2018 ist das so, seit Beginn meiner „Reise“ – Ich fühle mich manchmal wie im Daumenkino! … bssssssssss, fertig!

Wie geht es mir? Morgen habe ich wieder einen Termin bei meiner Hämathologin, die mir meine Blutwerte bestimmt. Ich bin gespannt, ob bzw. wie sich die Blutwerte inzwischen eingependelt haben. Ansonsten habe ich die letzten Tage sehr die Sonne genossen und bin sogar Fahrrad gefahren. Das Leben tut einfach gut! Auch der Miko hat sich gefreut, dass ich mal wieder einen Ausflug mit ihm unternehme – da konnte ich ja seit Monaten nicht dabei sein. Also richtig doll schön.

Da hinten sieht man den Miko hinter mir herlaufen 🙂 Aber keine Sorge, der Miko ist fitter als das Video vermuten lässt. Die meiste Zeit über lief er neben mir 🙂 Schön gemeinsam, was ein toller Hund!

 

Es gab auch bereits Momente, in denen ich wieder richtig gut laufen konnte, sogar bergauf. Ich trainiere weiterhin fleißig regelmäßig Sit-Ups und Kniebeugen, um meine Muskeln zurück zu gewinnen. Bildergebnis für kniebeugen comic

Kommende Woche habe ich einen Termin mit einer Trainerin, die mit mir einen Trainigsplan erstellt. Aber, wie gesagt, es gab bereits richtig fitte Momente, in denen ich gut und ausdauernd gehen konnte, so als wäre die MS  nie dagewesen – also ehrlich gesagt, diesen Moment hatte ich bisher ein einziges Mal. Aber hey, ich hatte ihn und es war unglaublich. Ich pumpe mich mit sämtlichen Vitaminen voll, die mir zur Regeneration verhelfen. Sollte es eine Chance geben, dass sich vorhandene Schäden verbessern können, möchte ich meinem Organismus die dafür notwendigen Mittel zur Verfügung stellen.

Seelisch geht es mir nun auch besser. Das Kortison scheint abgebaut und ich fühle mich wieder fast wie die „Alte“ 😉

Außerdem habe ich mir eine Perücke gekauft, wie ihr vielleicht gerade schon auf dem Video mit dem Fahrrad gesehen habt. Das tut gut! Wie ich letztlich schon berichtet habe, ist es schwierig zu beschreiben, wie es sich ohne Haare anfühlt – als Frau. Zu Beginn hat mir die Glatze sogar Stärke gegeben, so als ein Ausdruck einer MS-Kriegerin. Bereits nach wenigen Tagen jedoch habe ich meine eigene Weiblichkeit vermisst – die ich auch in meinen Haaren finde, was mir bis dato gar nicht bewusst war. Denn ich hatte ja nun keine lange Cinderella-Pracht gehabt – und dennoch.
Haare scheinen zudem auch eine Art Schutz zu sein, auf mentaler Ebene. Mit Haaren fühle ich mich besser „bei mir“, die Glatze legt mich offen und bietet keinen Rückzug zu mir selbst. Es ist schwierig zu beschreiben. Jedenfalls: Ich habe jetzt wieder Haare!

Die Auswahl fiel nicht leicht, ich habe mehrere Perückenläden besucht. Ich dachte, es sei simpel: ich suche mir schöne Haare aus, setze sie auf – fertig. Aber nix da. Jede Perücke sieht anders aus als dann tatsächlich auf dem eigenen Kopf – die Haare wirken und fallen wirklich völligst anders als auf den Puppenköpfen. Ich hatte bestimmt über 50 Perücken auf, davon sahen 48 aus als sei Fasching. Oder als parke ich draußen meinen Manta.

Letztendlich habe ich etwas tiefer in die Tasche gegriffen und mir eine Echthaar-Perücke gekauft. Meine echten Haare beginnen noch nicht zu wachsen und das wird vermutlich sogar noch einige Monate dauern. Ich solle frühestens in 3-5 Monaten damit rechnen. Und ganz ehrlich… ich bin die Mützen leid. Sie stehen mir nicht und gerade bei warmem Wetter mag ich sie nicht. Alternativ kann ich mir ein Tuch binden – das steht mir zwar, aber nach x Tuchtagen fühle ich mich langsam wie Oma Ilse. Und die Glatze ist unangenehm, es zieht.

Also… einmal in gute Laune und Selbstwertgefühl investiert und Ta-Daaaaaaa:

Sieht beinahe aus wie meinen „alten“ Haare, finde ich. Und diese „Normalität“ fühlt sich einfach super gut an und gibt jede Menge Energie zurück.

Die Glatze hat natürlich auch ihre Vorteile, muss man sagen. Meine Stammzellschwester Stina aus Norwegen sagte kürzlich, sie genieße es, nur noch ratzfatz ein Duschgel benutzen zu können. Und wenn sie in der Öffentlichkeit mit der Gatze auftritt, behandeln sie die Leute besonders freundlich. Und ja, das ist mir auch aufgefallen. Zuvor habe ich so Horror-Geschichten gehört, man würde auch angepöbelt, warum man sich so „radikal“ zeige. So etwas habe ich persönlich nie erlebt. Im Gegenteil, ich mache die gleiche Erfahrung wie Stina. Die mir fremden Menschen z.B. an der Kasse oder im Lokal begegnen mir bewusster, so mein Eindruck – sie sind freundlich und irgendwie offener. Und das zeigt mir: Menschen sind gut!
Die selbe Erfahrung habe ich bereits während meiner Spendenaktion gemacht. Ich wusste nicht was mich erwartet, wenn ich so offen um Unterstützung bitte. Und natürlich hatte ich auch mit negativen Reaktionen gerechnet, z.B. was mir einfallen würde, dass ich unverschämt sei oder oder. Aber wirklich wahr, es gab ausschließlich positive Reaktionen. Also nochmal: Menschen sind gut!

Ehrlicher Weise muss ich sagen, eine negative Reaktion gab es – und zwar auf dem Hochheimer Weihnachtsmarkt als ich meinen Infostand hatte. Eine skeptische Dame echauffierte sich über die Stammzelltransplantation bei MS, dies habe sie noch nie gehört und glaube nicht daran, irgendwie sowas. Zu diesem Zeitpunkt war ich aber gerade auf der Toilette und meine Freundin Iris, die mich an dem Stand begleitete, widmete sich der Dame. Ich habe also von der einzigen negativen Reaktion gar nichts mitbekommen.                                      Ähnliches Foto

Aber, zurück zum Thema: Haare sind wichtig! Und ich bin sehr, sehr glücklich über meine neue Echthaar-Perücke:

 

 

Und ein bisschen Spaß macht die Perücke übrigens auch 🙂

Viele von euch werden das Video bereits von Facebook oder Instagram kennen. Das ist bei einem Osterausflug zur Domäne Mechthildshausen entstanden.

Bildergebnis für frecher smiley Manchmal ist es auch einfach verführerisch, die Menschen um sich herum zu irritieren.

Und dabei über sich selbst zu lachen Ähnliches Foto

 

Also ihr Lieben, die nächsten Tage werde ich wieder etwas von mir lesen lassen. Vielleicht kann ich dann schon den Sendetermin von RTL bekannt geben.

Alles Liebe und genießt den Frühling! Das Leben ist wunderschön! Haltet die Sinne und das HERZ auf, so lasst ihr Glück herein. Manchmal vergisst man das vor lauter Alltag. Gebt dem Daumenkino keine Chance. Vielleicht leben wir wirlich nur einmal und das sollten wir mit Liebe und Freude tun. (Auch, wenn wir mehrmals leben, sollten wir das tun!). Liebe und Freude finden wir im JETZT, morgen bringt immer wieder noch einen weiteren morgen und dann verliert man sich.

 

Ich möchte mich noch einmal bei euch allen bedanken. Ihr habt es möglich gemacht, dass ich mich so leicht und glücklich fühle. Das Leben ist wieder unberechenbar geworden.

Dafür vielen Dank! Ähnliches Foto Auch vielen Dank an all jene, die meinen Blog verfolgen und meine Situation begleiten. Das schafft ein WIR-Gefühl, das mich in so manchen schwierigen Augenblicken stark gehalten hat und hält.

Zuversicht

11.April 2019

Hallo ihr Lieben,

gestern hat mein lieber Schulfreund Sebastian Lapke wieder ein paar Bilder von mir gemacht. In diesem so besonderen und bedeutsamen Augenblick meines Lebens.

 

Die meisten von euch werden dieses Bild bereits von Facebook kennen. Ich habe viele positive Rückmeldungen auf dieses Bild erhalten – es strahle Glück und Stärke aus.

Ich muss zugeben, dass es mir in dieser Zeit in einigen Momenten schwer fällt, die eigene Kraft wahrzunehmen. In vielen Situationen suche ich nach ihr.

So ohne Haare fühlt man sich auch nackt und angreifbar. Eine Frau ohne Haare… in schwachen Momenten fühle ich mich schutzlos. Ich hätte nicht gedacht, dass es mental so viel ausmacht. Aber das tut es.

Außerdem ist der Kopf immer kalt, sogar in der Wohnung. Die Männer mit Glatze unter euch werden das sicher kennen. Es ist zieht einfach immer oben rum und der Körper gibt seine Wärme nach oben ab… auch nachts! Ich nutze deshalb inzwischen eine Schlafmütze 😁

Schick, gell? 😉

Tjaaaa… ansonsen fühle ich mich gerade auf dem aufsteigenden Ast. Nach meinem Stimmungstief habe ich neue Motivation gewonnen für den Weg, der vor mir liegt. Es ist die dritte Phase. Und ich glaube, ich kann meine Matryoshka bald schon wieder „häuten“ und in die Phase mit dem Segelschiff übergehen. Meine Blutwerte sind gut und stabil. Das Segelschiff wird die schwerste und längste Phase werden…  Es zieht doch schon sehr an den Nerven (im wahrsten Sinne), morgens mit bleischweren Beinen aufzuwachen, die nur mit Mühe den Weg ins Bad schaffen. An manchen Tagen sind die alten Symptome schlechter als vorher. Das ist normal, ich soll deswegen nicht erschrecken (tue es aber zu einem Teil verständlicher Weise trotzdem) und es wird die nächsten 3, 6 bis 12 Monate so sein. Ich bin gespannt.

Jetzt aktuell geht es mir immer besser. Ich trainiere fleißig meine atrophierten Muskelgruppen und wage an manchen Tagen einen Spaziergang, der mir mit Pausen gut gelingt – also richtig gut!

Hach ja, es ist eine laaaange Reise. Im Fokus lag die Behandlung, die natürlich die Basis für alles Weitere ist. Hier haben viele Menschen gebibbert und gehofft, dass alles gut geht. Ich muss euch ehrlich sagen, Zahnarzt ist schlimmer ;). Die Behandlung in Moskau war wirklich okay. Jetzt ist die Phase in der ich persönlich kämpfe. Diese Phase jetzt zerrt an den Nerven (im wahrsten Sinne). Die Chemo war eine körperliche Prozedur, nun folgt die seelische. Da gestaltet sich der Kampf einfach anders. Deshalb freue ich mich umso mehr, dass mein Körper so lebendig ist und sich zu Spaziergängen überreden lässt. Aktivität tut einfach enorm gut und sie fehlt mir so! Mir fehlt auch ein bissi der Stress und zich Dinge gleichzeitig zu machen 🙂 Darauf soll ich verzichten sagen Literatur und guter Rat…

Ich freue mich, wenn ich wieder voll da bin!

 

 

 

 

 

Alltag

08.April 2019

 

Ihr Lieben,

vorgestern hatte ich meinen einmonatigen Stammzell-Geburtstag 🧚‍♂️🦋🍾 und es sind morgen (Dienstag) schon genau drei Wochen, dass ich aus Moskau zurück bin.

So langsam fällt mir die Decke auf den Kopf, die Wände kommen näher und näher und ich wäre gerne aktiver. Nach fast 8 Wochen primär im Liegen oder Sitzen verbringen, haben sich meine Muskeln zurückgebildet. Deshalb mache ich nun Zuhause ein paar Übungen und auweia… ich schaffe keine einzige Kniebeuge!😱

Nun muss man aber wissen, dass ich bereits vor der Behandlung und auch vor der MS nicht besonders viele Kniebeugen geschafft habe… 😅

Für ein knallhartes Trainingsprogramm ist es noch viel zu früh, aber der Atrophie werde ich auf jeden Fall schon jetzt im Rahmen meiner Möglichkeiten entgegen wirken.

Ja, das ist so das womit ich mich beschäftige.

Ich tausche mich mit meinen Stammzellschwestern aus, die in Australien und Norwegen leben und die jede ihren eigenen Kampf kämpft, der im Grunde ähnlich ist. Dieser Austausch tut sehr gut. Besonders verbunden fühle ich mich mit meiner Stammzellschwester Stina aus Norwegen. Sie hat zwar einen Tag nach mir Stammzell-Geburtstag, aber ansonsten verlief unsere Behandlung parallel. Wir kamen zeitlich in Isolation und auch am selben Tag wieder raus – währenddessen haben wir uns mit Klopfzeichen an der Wand verständigt – denn wir teilen den selben Humor; 😉 aaaaber natürlich auch per Internet.

Moskau war eine besondere Zeit, die uns vermutlich für immer verbindet. Und es tut gut jemanden zu wissen, der das selbe erlebt hat, die selben Ängste teilt und die selben Hoffnungen auf die gleiche Art und Weise fühlt.

Es ist noch ein langer Weg, Step bei Step. „We have to give ourselfs time.“ sagt Stina immer.

Es ist verführerisch zu glauben, dass wir diese Behandlung hinter uns gebracht haben, um dann möglichst zügig zu unserem „Leben“ zurück zu finden. Denn im Grunde ist dieser Genesungweg gerade eine ganze Lebensphase. Und ich bin auf die einzelnen Prozesse gespannt!

Es ist ein langer Weg – aber er führt aus der MS hinaus! Es ist eine großartige Chance, die ihr mir ermöglicht habt!

Übrigens hat mir RTL nicht nur eine kleine Handkamera nach Moskau mitgegeben, um selbst ein paar Eindrücke zu filmen – sie haben mich auch in Moskau besucht. Vermutlich wird noch diesen Monat ein kleiner Beitrag ausgestrahlt, dieses Mal bundesweit. Sobald der Sendetermin feststeht, werde ich ihn euch hier mitteilen.

Ich freue mich, dass die Medien Interesse an dem Thema gefunden haben. Es wird Zeit, dass auch anderen MS Patienten der Weg aus der Sackgasse bekannt gemacht wird.

Ihr Lieben, ich wünsche euch eine schöne Woche!

Lange Reise

02. April 2019

Hallo ihr Lieben,

ich gebe mal ein kleines Lebenszeichen von mir…

Heute bin ich genau seit zwei Wochen aus Moskau zurück.

Diese zwei Wochen sind sehr turbulent verlaufen und waren bzw. sind vor allem mit emotionalen Stimmungstiefs verbunden. Ich denke, das ist eine Nebenwirkung des Kortisons, das ich über 3 Wochen hochdosiert erhalten habe und das sich nun abbaut. Oder/Und es ist der Hormonstoffwechsel, der durch die Chemotherapie beeinträchtigt wurde. Aber vor allem ist es diese ganze Prozedur, die nun von mir abfällt.

Ich versuche viel zu schlafen – weil ich mich tatsächlich sehr erschöpft fühle. Ich muss zugeben, dass es mir nicht leicht fällt, mir diese Ruhe zu geben.

Nach dieser ganzen, großen aktiven Zeit – diese überwältigende Spendenaktion und dann die Behandlung in Moskau, kehrt nun die Ruhe ein. Ich fange langsam an zu begreifen, was in den letzten Monaten und Wochen alles passiert ist. Es ist jetzt vollbracht. Doch was mir dringend fehlt ist ein Ergebnis. Diese Ungewissheit, ob die Behandlung nun wirksam war oder sein wird, ist schwer auszuhalten.

Nun muss ich mich erstmal erholen und regenerieren, wie es so schön heißt. Das bedeutet, dass ich nun passiv kämpfe – das fällt mir schwer.

Jedenfalls: meine Blutwerte haben sich relativ fix wieder gut entwickelt, sodass sie mich ohne weitere Antibiotika nachhause geschickt haben. Auch meine Hämatologin hier in Deutschland ist zufrieden mit der Entwicklung. Ich lebe also nicht isoliert, ich darf Besuch empfangen (sofern gesund), der Miko ist wieder bei mir und ich darf mich frei bewegen. Im Supermarkt oder an viel besuchten Plätzen trage ich aber eine Maske – um mich nicht anzustecken, falls jemand hustet.

Das ist so aktueller Stand der Dinge.

Meine größte Sorge ist gerade, ob die Behandlung angeschlagen hat – denn es ist unbeschreiblich viel Hoffnung damit verbunden. Ich muß mir Zeit geben und das ist nicht leicht.

Zumal sich die Symptome in den kommenden Monaten vermutlich zunächst verschlechtern werden, bis sie zum Ausgangspunkt (und mit ganz, ganz viel Glück zur Verbesserung) kommen. Es ist also Geduld angesagt. Deshalb hat Dr. Federenko mir auch das Symbol der Iris geschenkt (siehe Blog vom 06.03.2019, mein zweiter Geburtstag). Die Iris soll mich in dieser Zeit daran erinnern, positiv zu bleiben und nicht zu verzagen. Es ist also ein noch langer und zehrender Weg, der vor mir liegt. Dabei fühle ich mich gerade sehr erschöpft, körperlich sowie emotional… Aber ich weiß auch, es wird nicht lang dauern, dann werde ich wieder motiviert und optimistisch weiterkämpfen – so war es doch immer 😊

Und kleine Glücksmomente gibt’s ja auch 😉
Neulich habe ich mir die Haare mit meinem Lieblingsshampoo gewaschen (in Worten: H a a r e)! Ich hab Tränen lachen müssen, dieser Moment war einfach zu absurd. Aber schön war’s 😅!

Ich halte euch natürlich weiter auf dem Laufenden.
Allerdings ist jetzt wie gesagt Ruhe und Zeitgeben eingekehrt, deshalb ist gerade nicht viel zu berichten. Sobald ich das Zombie-Dasein überwunden habe oder mir währenddessen ein paar Gedanken kommen, lasse ich euch teilhaben.

Ganz liebe Grüße!

 

Wieder Zuhause

22.03.2019

Ihr Lieben,

Am 18.03.2019 fand ein ausführliches Abschlussgespräch statt, welches ich auf Band mitgeschnitten habe, da es doch sehr viel an Informationen waren.
Im Vergleich zum MRT Gerät in Deutschland, schien das Gerät in Moskau genauer zu sein. Insgesamt wurden wesentlich mehr Läsionen/Schäden der MS vor allem in der Halswirbelsäule gesehen. Die Aufnahmen wurden mir im Original auf großer Folie sowie als CD mitgegeben.
Die Halswirbelsäule war intuitiv schon immer der Bereich gewesen, der mir am meisten Sorgen gemacht hatte…

Dr. Federenko zeigte mir all diese vielen großen und kleinen, langen und kurzen, aber sehr vielen Löcher auf meinen Nervenbahnen… –  und er sagte: „was wir hier sehen war gefährlich – und hätte in den nächsten Monaten mit sehr großer Wahrscheinlichkeit zur Behinderung geführt.“ 

Das ist das, was ich gespürt und vermutet hatte – zuletzt konnte ich zeitweise nur 200m gehen….

Wir haben es gestoppt!“ sagte Dr. Federenko und nahm mich in den Arm. „Rechtzeitig!“

Ich kann es euch nicht mit Worten beschreiben, was ich fühle.

Es ist ein neues Leben. Es ist rechtzeitig. Es war die richtige Entscheidung.

Ihr habt mir diese Chance ermöglicht!

Am 19.03.2019 habe ich mich aus Moskau verabschiedet. Es war ein sehr bewegender Moment.

Für weitere Fragen stehen Dr Federenko und ebenso seine Assistentin Anastasia per WhatsApp auf ihren Handynummern sowie per Email jederzeit zur Verfügung. Das ist so üblich.
Im Sommer 2020 werde ich noch einmal zur Kontrolle nach Moskau in die Klinik reisen.

Ansonsten werde ich über meine Hämatologin in Deutschland nachversorgt.

Ich bin glücklich.
Ich bin jetzt MS-frei.
Die MS hat sehr viele Schäden hinterlassen, mehr als vermutet.

Und es braucht Zeit und Geduld, dass sich diese Schäden regenerieren.
Dr. Federenko sagt, dass ist nicht vorhersehbar. Sollten sich die Schäden bereits vernarbt haben, ist eine Regeneration unwahrscheinlich. Sollten aber frische Wunden vorhanden sein, besteht eine Chance. Sehen kann er das aber nicht.

Ich bin Optimist 😉 Und werde weiter kämpfen. Der eigentliche Weg beginnt erst jetzt…

Aber die nächsten drei Monate braucht der Körper ausschließlich zur Erholung. Ich merke auch, dass ich erschöpft bin. Doch etwas mehr als erwartet… Ein  Stündchen einen Tee oder Kaffee in der Sonne zu genießen ist für mich gerade Aktion und Aktivität pur – danach bin ich tatsächlich erschöpft und verfalle in eine Tiefschlafphase.
Damit versuche ich mich gerade zu arrangieren 😉

Ich bin erschöpft, aber ich bin glücklich.

 

Letzter Schritt – Rituximab

Samstag, 16. März 2019

So ihr Lieben, heute bekomme ich nochmal eine eher prophylaktische, aber wertvolle Behandlung.

Falls sich irgendwo eine kranke B-Lymphozyte versteckelt haben könnte, wird das Rituximab sie töten.

Besenrein, wie man so schön sagt! – oder nee, eben nicht! Besenrein war gestern 😉 Nummer sicher! Wir machen keine halben Sachen! 💪 Hier wird gewienert!

Die Prozedur dauert jetzt insgesamt 5 Stunden, wie üblich bin ich gut überwacht. Allergische Reaktionen, wie z. B. Schüttelfrost oder Herzdruck sind zu erwarten – deshalb fangen sie ganz, ganz langsam an. Alle 20 Minuten (in Wirklichkeit sind es alle 8 Minuten) schaut jemand nach mir. Außerdem haben sie mir mehrfach den roten Knopf gezeigt (den ich schon seit Beginn meines Aufenthaltes kenne und regelmäßig drücke) – aber ich sollte ihnen nochmal zeigen, dass ich immer noch weiß wo er ist! 😂🙏

Dann werde ich hier immer wieder gedrückt und umarmt und sie sagen, wie „are happy for you!“ 🌞

Das ist sowas Schönes, ehrlich!

Na und jetzt lieg ich hier schon über drei Stunden, seit 1,5 Stunden haben sie bissi schneller gedreht und kommen jetzt nur noch alle 30 Minuten. Oder, wenn ich den roten Knopf drücke. Ich drück aber nicht. Nicht heiß, nicht kalt, völlig entspannt. Bissi erschöpft, aber das gönn ich mir.

Das war’s dann! 🧚‍♂️🍾

 

 

Eine Flasche ist das Kortison, die lief als erste. Die kleine Flasche war die zweite, Paracetamol. Und jetzt läuft insgesamt 5 Stunden das Rituximab.

Rituximab, ist ein monoklonaler Antikörper gegen den Zellmarker CD20, der überwiegend in B-Zellen vorkommt – da wo auch gern die MS hockt. Das Medikament Rituximab bindet sich daher an diese Zellen und führt zum Zelltod. Es wird bewusst nach der Stammzelltransplantation etc. eingesetzt, für den letzten Grundschliff eben.

Rituximab wird unter anderem von Non-Hodgkin-Lymphom, spezifischen Formen von Leukämie, schwerer rheumatoider Arthritis und zur Bekämpfung der Abstoßung von Transplantaten verwendet. Es wurde auch gezeigt, dass es bei bestimmten Autoimmunkrankheiten wie Multipler Sklerose wirksam ist.
Es ist hier in meinem Zusammenhang nur eine Prophylaxe, um sicher zu gehen.

🌈🧚‍♂️🧚‍♂️🧚‍♂️

 

 

Mein neuer Geburtstag!

Samstag, 09.03.2019

 

Hallo ihr Lieben,

ich schreibe euch gerade aus der Isolation, in der ich mich nun für etwa eine Woche befinde. Es ist alles reibungslos gut gegangen, meine neuen Stammzellen sind transplantiert und heute morgen lag mein Leucozytenwert bei 0,1% ! Das heisst, das alte Immunsystem hat sich nun ins Nirvana verabschiedet und mein neues Leben beginnt. Oder um es mit Dr. Federenkos Worten heute Mittag zu sagen: „o,1% , your immunsystem is completly dead now – congratulation!“ 🙂 Hahaaa, das nenne ich einen sinnvollen Humor!

Was hatte ich einen schönen Stammzellengeburtstag! Diese Klinik hier und die Menschen mit denen ich diese Reise teile, sind wundervoll. Es ist nicht nur eine Klinik, es ist fast wie eine Art Guru-Camp mit Infusionen. 😉

 

Der 06. März 2019 : Mein Stammzellengeburtstag!

Zunächst hat Dr. Federenko eine Rede gehalten, die ich hier als Video einpflege und übersetzt habe, weil der russische Akzent und der Ton insgesamt sonst vielleicht nur mühsam zu verstehen wäre.

Dann hat er mir wie in dieser Klinik traditionell üblich einen Anstecker mit der Blume Iris angesteckt und auch hier noch ein paar Worte gesagt, die ich euch als Video und als Text einstelle.

Als weitere Tradition habe ich das Ausgießen der MS festgehalten, auch hier wieder ein Video und Bilder. Das Ritual wird dreimal wiederholt, symbolisch – um die MS  im flüssigen Stickstoff auszuschütten (ich glaube, hier wurden die autologen Stammzellen aufbewahrt und das symbolisiert nun den Trennungsprozess).

Und dann gibt es noch Bilder von der Party und von dem wunderschönen Kuchen, den ich mir habe backen lassen – angelehnt an meine russische Matroyshka, deren Hintergrundgeschichte ich euch ja auch noch erzählen wollte. Auch dies wieder im Video und mit Bildern und Text.

Viel Spaß! Und ihr werdet an Dr. Federenkos Worten erkennen, wie wichtig IHR an meinem Heilungsprozess seid! Es ist einfach nicht nur diese Behandlung, sondern die positive Energie und Unterstützung von lieben Menschen im Leben. Und davon seid ihr sooo viele und ihr seid darin so authentisch und das gibt mir so viel Kraft. Auch deshalb bin ich so glücklich. Vielen Herzensdank!!

 


Original in Englisch:


We had six successful transplantation today, but some of our friends are tired and change their decision to make the celebration tomorrow.
To be honest, everybody is okay, no problems and no side affects.

But Kate is the strongest one. From the beginning she admitted to hospital I saw her only smile. Only high level motivation. Only energy to fight Multiple Sclerosis. No doubts! No doubts at all. Maybe I had doubts, but you…. no!

me:(What you had doubts, why?)

So we are the team, we work in proporation. And sometimes medical team needs your support. When we are tired, when we exhausted, when we have stops to go ahead, to make decision about difficult medical situation – we need your support. You also need our support.
You/we need your family, your children, your parents, your husbands, your wifes – Support!

It is impossible to fight Multiple Sclerosis only using transplantation. You can fight MS only, if we are the team and when we combine the transplantation with our energy.
If it’s pain: lots of power, energy from our brain and heart and: kill the monster! Mentally using all our energy, motivation and of course synthetic based high dosed chemo therapy.
And of course day 0 – this is like a birthday. Birthday, when we give stemmcells back. Symbolicaly in this day, person starts to have new immunsystem and stop to have wrong immunsystem. It’s symbolic.
And your transplantationday is day zero. Today is your day 0 – your birthday. Congratulations!
Thank you very much for your support.
me:(Uuuh – my new life!)

 


Deutsche Übersetzung:


Wir hatten heute sechs erfolgreiche Transplantationen, aber einige unserer Freunde sind müde und haben ihre Entscheidung geändert, die Feier morgen zu veranstalten.
Um ehrlich zu sein, es ist jeder okay, es gab keine Probleme und keine Nebenwirkungen.

Aber Katja ist die Stärkste. Von Anfang als sie ins Krankenhaus eingeliefert wurde, sah ich nur ihr Lächeln. Pure Motivation auf hohem Niveau. Pure Energie gegen Multiple Sklerose. Keine Zweifel! Keine Zweifel. Vielleicht hatte ich Zweifel, aber sie … nein!

ich: (Was, hattest du Zweifel, warum?)

Wir sind ein Team, wir arbeiten im Zusammenhang. Und manchmal braucht das medizinische Team eure Unterstützung. Wenn wir müde sind, wenn wir erschöpft sind, wenn wir Zwischenstopps haben, um über schwierige medizinische Situationen zu entscheiden, brauchen wir eure Unterstützung. Auch ihr braucht unsere Unterstützung.
Wir und ihr brauchen eure Familie, eure Kinder, eure Eltern, eure Ehemänner, eure Ehefrauen – zur Unterstützung!

Es ist unmöglich Multiple Sklerose nur durch Transplantation zu bekämpfen. Ihr könnt MS nur bekämpfen, wenn wir ein Team sind und wenn wir die Transplantation mit unserer Energie kombinieren.
Wenn Schmerz entsteht: da ist viel Kraft, Energie aus unserem Gehirn und unserem Herzen und: töte das Monster! Mental mit all unserer Energie, Motivation und natürlich auf synthetischer Basis basierender hochdosierter Chemotherapie.
Und natürlich Tag 0 – das ist wie ein Geburtstag. Der Geburtstag, wenn wir die Stammzellen zurückgeben. Symbolisch erhält die Person an diesem Tag ein neues Immunsystem und hört auf, ein falsches Immunsystem zu haben. Es ist symbolisch.
Und dein Transplantationstag ist Tag Null. Heute ist dein Tag 0 – dein Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch!
Vielen Dank für deine Unterstützung.
ich:(Uuuh – mein neues Leben!)

 

 


Original in Englisch:


And this is your Iris. You know, Iris is symbol of our family. Our New life.
Iris symbolize ability to fight all difficulties. To go through the difficulties. After feeling down to stand up and go ahead successfuly. Your life is a new life without the disease.
And you can notice: Iris has three leafes – one, two, three. Past is the desease. Present is how we are fighting the disease. And future is diseasefree.
Or another tradition, 3 is magic number in many philosophies: This is your body, this is our brain and this is our heart. From these levels we need to fight our problems.
Because to cure the disease, we should use modern technologies. But also we should change something in our own, in our lifes, in our relationsship. So we will be successful.
This is your Iris.
me:(This is my Iris).
It is yours.
Congratulations!

This atmosphere is not a hospital atmosphere – it inspires! I can’t feel like in hospital – it is impossible! Everybody shares my experience.

And another tradition we have… latly treatlegion.. Are you ready?
me: (Yes, I am ready).
Especially for you!

 


Deutsche Übersetzung:


Und das ist deine Iris. Weißt du, Iris ist das Symbol unserer Familie. Unser neues Leben.
Die Iris symbolisiert die Fähigkeit, alle Schwierigkeiten zu bekämpfen. Durch die Schwierigkeiten hindurch zu gehen. Um nach schwachen Momenten aufzustehen, um aufzustehen und erfolgreich weiterzugehen. Dein Leben ist ein neues Leben, ohne die Krankheit.
Und siehst du: Die Iris hat drei Blätter – eins, zwei, drei. Vergangenheit ist die Krankheit. Gegenwart ist, wie wir die Krankheit bekämpfen. Und die Zukunft ist krankheitsfrei.
Oder eine andere Tradition, 3 ist eine magische Zahl in vielen Philosophien: Dies ist der Körper, dies ist das Gehirn und dies ist das Herz. Von diesen Ebenen aus müssen wir unsere Probleme bekämpfen.
Um die Krankheit zu heilen, sollten wir moderne Technologien einsetzen. Aber wir sollten auch etwas an uns selbst, an unserem Leben, an unseren Beziehungen ändern. So werden wir erfolgreich sein.
Das ist deine Iris.
ich: (Das ist meine Iris).
Es ist deine.
Herzlichen Glückwunsch!

Diese Atmosphäre ist keine Krankenhausatmosphäre – sie inspiriert! Ich kann mich nicht wie im Krankenhaus fühlen – es ist unmöglich! Jeder teilt meine Erfahrung.

Und jetzt kommt noch eine andere Tradition, die wir haben … eine Art latente Behandlung .. Bist du bereit?
ich: (Ja, ich bin bereit).
Extra für dich!

 

So und diese andere Tradition, die latente Behandlung 😉 , das ist die Ausschüttung aus dem flüssigen Stickstoff. Und wir sagen:

Das war er also, mein wunderbarer zweiter Geburtstag. Anschließend folgte eine kleine besondere Privatparty mit meinem speziellen Geburtstagskuchen, den ich mir mit den liebsten Menschen hier auf meiner Station teilen durfte.

Und der Kuchen und der Geburtstag standen für mich ganz im Sinne meiner Matroyshka. Diese besondere Geschichte dahinter erzähle ich euch nun auch endlich.

Ich habe mir eine Matroyshka gekauft, die meinen Genesungsprozess begleiten wird. Die Idee ist entstanden, weil dieser Heilungsprozess ziemlich lang und energiereich sein wird – und es ist schwierig durchzuhalten ohne dabei an notwendiger Energie zu verlieren. Deshalb folgende Idee:

Jeder einzelnen Matroyshka gebe ich einen Meilenstein, den ich erreichen möchte. Jede wird mich in dieser jeweiligen Phase begleiten. Angefangen von der ersten Hülle, die fällt. Auf ihr ist der Feuervogel abgebildet und ich schreibe ihm die Heilungsmagie zu. Er sitzt auf einem Baum mit Äpfeln (Stammzellen). Diese Hülle wird fallen, wenn ich Moskau verlasse.

Die zweite Matroyshka symbolisiert die Ernte der Stammzellen. In diesem Prozess wird mein Körper sein neues Immunsystem reorganisieren. Das ist die Phase in der ich besonders auf Keime achten muss, regelmäßige Blutbildkontrollen machen lasse und vermutlich häufig Mundschutz trage.

Die dritte Matroyshka wird mich vermutlich am längsten begleiten. Auf ihr ist ein Schiff zu sehen. Mit ihr segel ich auf dem Meer der Regeneration: hartes Training, Reha, was auch immer notwendig ist, um den Stopp der MS zum Wiederaufbau zu nutzen. In dieser Zeit sind Rückschläge zu erwarten, einige Patienten sprechen von plötzlichen Spastiken usw. So wie die See eben ist, mal wild, mal gnädig. Auf zu neuen Ufern!

Die vierte Matroyshka zeigt Äpfel – meine Stammzellen. Mein neues Immunsystem. Stark und gesund! Wenn ich das erreicht habe…

… entpuppe ich den Kern – die kleine wunderschöne letzte Matroyshka. Sie trägt den Flügel des magischen Feuervogels im Herzen.

So. Und dazu passend, hat mir der liebe Alexey Derkatch, der mir an meinem freien Tag ein bisschen Moskau gezeigt hat, einen Kuchen organisiert. Denn zufälliger Weise ist der 15-jährige Sohn seiner Freundin gerade zum besten Konditor Moskaus ausgezeichnet worden. Und seine Mutter ist Künstlerin. Also haben sie sich zusammen getan und mir diesen wunderschönen und im übrigen absolut zuckerfreien und nur mit echten Zutaten gebackenen und absolut leckeren Geburtstagskuchen gezaubert!

Ja 🙂 Und danach haben wir gegessen, gelacht und geschmaust. Mit unseren Kitteln, Masken und Partyhüten.

Es war ein sooo besonderer Abend.

Und sogar Dr. Federenko hat sich am nächsten Tag bedankt, weil er es so schön fand und mit guter Laune aufgestanden sei. Er könne jetzt kraftvoll für die nächsten 10 Jahre weiterarbeiten 🙂 Bitte, hat sich also gelohnt!





Soooo.. und jetzt bin ich in Isolation. Das heißt: Kontakt nach außen nur durch das Zwischenzimmer durch die Scheibe, die jedoch eine Klappe zum öffnen hat. Ich trage so eine baumwollende Mönchskutte, passend zur Glatze – und super in Kombination zu den „Dreadlocks“, wie ich sie nenne; also dem Katheter, durch den ich regelmäßig Infusionen erhalte und durch den auch die Blutabnahmen erfolgen. Dreimal am Tag werden mein Blutdruck und meine Temperatur kontrolliert – dies wird abfotografiert und Dr. Federenko zugestellt. Er selbst kommt ein bis zweimal am Tag vorbei zur Visite. Außerdem wasche ich mit speziellem antibakteriellem bzw. desinfizierendem Wasser, erhalte zweimal am Tag eine frische Mönchskutte, es wird jeden Tag das Bett gewechselt, durchgewischt – und die Luft wird durchgängig mit einem speziellem Luftreinigungssystem gereinigt.

hang looose…

 

 

Und so sehe ich jetzt aus 😉

New-Stemmcell-Buddha.

 

 

 

 

Ich meditiere tatsächlich sehr viel, was mir so gut tut. Hin und wieder lese ich eure Karten durch und schaue mir eure Glückbringer an. Oder ich lese nochmal meinen kompletten Blog von Anfang bis heute… was für ein Weg! Es ist nicht nur eine Behandlung, sondern ein absoluter Wendepunkt in meinem Leben. Der ist auch notwendig, um mein Ziel zu erreichen. Ich möchte wieder gesund werden und ich weiss, dass ich das schaffen kann. Die nächsten Wochen und Monate werden mir zeigen was dafür notwendig ist. Ich liebe das Leben sooo sehr, ich werde mit aller Kraft gesund werden!

Dass ihr mich unterstützt und begleitet, ich kann es nur immer wieder sagen: meinen HERZENSDANK dafür! Denn es ist sooo wichtig und es gibt mir solch eine Kraft. Nochmals vielen, vielen Dank dafür!